Dem Müller Franz sein Riesling…

‘Dem Franz sein Riesling’ ist definitiv die Wurzel unseres Winzer-Stammbaums.
Aus einer ‘Weinlaune-unter-Freunden’ ist dieser Riesling entstanden, nicht wissend, dass ab diesem Zeitpunkt alle Beteiligten nun einem kompletten ‘da müssen wir mehr draus machen!’ Virus erliegen würden. Der ‘Müller Franz’ hat eine derart brachiale Kreativität in uns Dreien geweckt, dass dem armen ‘Franz’ nun für all’ unsere geflunkerten Geschichten komplett der Hut fliegen geht…

Franz der I. – der Jahrgang 2015
Für diesen Riesling ist der Franz oft mit ‘sein Mofa’ auf der A61 hin-und-her gefahren: ca. 60% des Rieslings entstammen den Pfälzer Weingärten von Philipp, die restlichen 40% hat Kilian den Steilsthang-Schieferbödenseiner Heimat Mosel abgerungen. Und da der Franz es bekanntlich nicht so mit der Eile hat, wurde der Wein spontan in Kilian’s Weinkeller am Fuße des Bremmer Calmonts vergoren.
Die Fruchtigkeit der Pfalz paart sich hier wunderbar mit den mineralisch-erdigen Noten der Schieferböden der Mosel. Vorsicht: dieser Wein löst -vollkommen zu Recht- hemmungslose Schluckreflexe aus!

Franz der II. – der Jahrgang 2017
Mit dem Jahrgang 2017 durfte der Franz erleben, welche Gewalt die Natur ausüben kann: ein (zu) früher Austrieb wurde von brachialen Spätfrosten Ende April sprichwörtlich ‘kalt’ erwischt. Kilian und seine Winzerkollegen an der Mosel traf es hierbei besonders hart: 50-70% Minderertrag waren leider die bitter zu schluckende Pille. Als Winzer wissen wir jedoch unser Schicksal in die zu Hand nehmen um uns gegen den ärgsten Fein, den drohenden Durst, aktiv zur Wehr setzen 🙂
Der Müller Franz hatte gar keine so schlechte Idee für diesen besonderen Jahrgang: Riesling aus Philipp’s Pfälzer Betrieb durfte sowohl in der Südpfalz, wie auch in Kilian’s Keller spontan gären. Es war maximal interessant, wie unterschiedliche Hefestämme plus die unterschiedlichen Kellertemperaturen auf die jeweiligen Moste einwirkten und für deutlich wahrnehmbare Unterschiede in der Sensorik sorgten. Im Ergebnis haben wir nun: 50% Riesling von Philipp, spontan vergoren in der Pfalz, mit 40% Riesling von Philipp, spontan vergoren bei Kilian an der Mosel sowie je 5% Riesling ‘Bremmer Calmont’ und 5% Riesling ‘Neefer Frauenberg’ ausgewählt. Sensorisch etwas gelbfleischiger, etwas kräftiger als Franz der I., flankiert von einer dezent würzig-mineralischen Note.
Unser Fanzit: ein  Jahrgang, wo der Franz den schwarzen Gürtel im Fluchen gemacht hat, der aber  richtig, richtig gut geworden ist!

Dem Müller Franz sein Tochter sein Rosé…

Annabell hat sich Zeit ihres Lebens nie um Konventionen geschert:
erst das (erfolglose) Nagelstudio, nun der (erfolgreiche!!) Saunaclub…
Der Franz ist sich immer noch nicht sicher, ob er sie verfluchen soll – oder doch eher abgöttisch lieben?!?
Wahrscheinlich Letzteres, ist die hübsche Annabell doch zu einem guten Stück das Abbild von dem Franz sein Wahnsinn und ihm sein Dickköpfigkeit! Und so hat sich Annabell wieder mal durchgesetzt und einen verwegenen Weinstil kreiert: exzellente Spätburgunder-Trauben aus Philipp’s Topp-Lage ‘Appenhofener Steingebiss’ wurden als Rosé vinifiziert. Bei der Weinbereitung haben wir dann, in einer Anwandlung von Größen- und/oder Genusswahn (wahrscheinlich Beides…), das historische Vorbild des ‘Mosel Kabinett’ gewählt. Also maximale Fruchtigkeit (ohne ‘klebrig’ zu wirken), die Mineralität & die Säure ausnutzend um Frucht & Süße zu balancieren, um schließlich mit einem sympathischen Alkoholgehalt von nur 8,5% vol. geradezu die pure Lebensfreude im Glas zu sein!

Tipp: Der ebenso toleranten wie offenherzigen Annabelle ist es wurscht, ob ihr crushed-ice hinzufügt, ein herbal tonic water oder frisch geschnittene Apfelspalten. Probiert’s aus und genießt das Leben!
P.S. habt ihr andere Ideen? Schreibt uns oder schickt uns ein Foto!

Dem Müller Franz sein Sohn sein Cuvée…

Jaja, der Amadeus, der alte Waldorf-Schüler. Hält mit seiner Lieblings-Schwester zusammen wie Pech & Schwefel. Was hat er ‘den Alten’ nicht schon in den Wahnsinn getrieben! Wir möchten an dieser Stelle nur an die Cannabis-Pflanzen erinnern, die er dem Franz als ‘Dauerbegrünung’ zwischen den Rebzeilen empfohlen hat. Dass er nach der Razzia des Zolls für 7 Jahre in einem Surfcamp in Neuseeland ‘Gras’ über die Sache hat wachsen lassen, war sicherlich für den Familienfrieden mehr als dienlich…
Schlimm nur, dass der Junge so blitzgescheit ist (man vermutet einen überproportionalen Erbgut-Anteil der Mutter). So nebenbei mal eben ‘surfend’ Weinbau studiert und genussvoll durch alle Weinbaugebiete der Welt getrampt. Dem Alten dann seine ollen Fässer zu Kaminholz gehackt und Edelstahlfässer angeschafft…
EDELSTAHL, der Franz glaubt immer noch an einen Hörfehler! Und dann dieses Liebe zu trockenen Weinen – da wird dem Franz aber wirklich die Hutfeder welk!
Was nur seine Mutter und seine Schwester wissen: heimlich hat Amadeus ein Fuder Riesling vom ‘Alten’ wieder mit Hefe beimpft und komplett durchgären lassen. Dann noch ein wenig Sylvaner (Philipp, Südpfalz) und eine Dosis Elbling (Kilian, Mosel) – und fertig ist eine knackig-würzige Cuvée historischer Rebsorten!
Really good, good vibrations!

Dem Müller Franz sein Frau sein Sekt…

Lange bevor es die ‘Schöfferhofer’ Werbung gab, hat der Franz bereits aus ihm sein Frau ihr Bauchnabel schoppenweise Sekt genossen. Normal macht er sich nicht soviel aus Sekt, aber bei ‘sein Isolde ihr Erotik’ fällt ihm das ‘Nein-Sagen’ so dermaßen schwer…
Isolde hingegen, die ‘Grande Dame’ des Weinguts macht sich weniger was aus Franz, vielmehr aus den köstlichen Perlen des Rebensaftes! ‘Ein Glas Sekt am Morgen vertreibt Franz und alle Sorgen’ – so ihr seit Jahrzehnten praktiziertes Lebensmotto. Und so sieht man diese charismatisch-elegante Winzersfrau bereits ab 9:00 Uhr morgens, mit einem relaxed-sympathischen Lächeln auf ihren sorgsam geschminkten Lippen, durchs Weingut tänzeln.
Nachdem dem Franz zweimal der selbst geschweisste Drucktank im Keller um die Ohren geflogen ist (was hat der Franz geflucht: ‘Der gute Wein! Dutzende von möglichen Abenden des Rausches sinnlos als Rinnsale an der Decke und den Wänden des Kellers vergeudet!’), lässt er nun den Riesling bei einem Freund versekten. Natürlich unter täglicher Qualitätskontrolle aus Isolde ihrem Schoppen-Nabel!